
13 Feb. Kann Kinderschutz Spaß machen?
Der Auftrag an die GGS Gartenstraße war klar, mit dem neuen Landeskinderschutzgesetz NRW war die Schule aufgefordert ein eigenes Schutzkonzept mit dem Schwerpunkt Schutz vor und Umgang mit sexuellem Missbrauch zu erstellen. Entscheidend für ein gutes Ergebnis schien von Anfang an, dass die beiden Kollegien vom Vormittag und Nachmittag ganz eng zusammenarbeiten würden. Das Lehrerkollegium und die Betreuungskräfte von Betreute Schulen e.V. hatten schon Erfahrung in der Zusammenarbeit zu pädagogischen Themen, weshalb problemlos zusammen gestartet werden konnte. Die Ausgangslage war gut, denn eine Kooperation mit der Stadt Hennef für den Bereich Kindeswohlgefährdung nach §8a SGB VIII besteht seit mehreren Jahren, viele Abläufe sind erprobt und die Kooperationspartner schon lange an der Seite der GGS Gartenstraße. Mit einer großen multiprofessionellen Arbeitsgruppe (Schulleitung, Lehrkräften, Leitung und Mitarbeiterinnen des Nachmittages, Sozialarbeitern und Pädagoginnen) konnte die Arbeit beginnen.
In den knapp zwei Jahren der Erarbeitung des Konzeptes hat das große Kollegium viele Dinge gemeinsam erlebt und erarbeitet: eine Basisschulung zum Thema sexuelle Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen, ein interaktives Theaterstück, mehrere Teamsitzungen zur Erarbeitung des Verhaltenskodex, ein interaktives Planspiel zur Erprobung der Abläufe im Verdachtsfall sowie zahlreiche Gespräche und Abstimmungen zu den vielen Details, die plötzlich auftauchten. Die Kinder der ganzen Schule wurden befragt, um eine Ausgangslage zu schaffen, die Eltern am Anfang in einer Ausstellung zu Umfang und Fortschritt informiert und überall nach Material für die Arbeit mit den Kindern zu diesem Thema geschaut.
Kurz vor der Fertigstellung des Schutzkonzeptes setzte sich die Idee durch, dass alle Kinder der Schule in einer Mitmach-Ausstellung von dem Konzept erfahren sollten. Als Ergebnis konnte die Arbeitsgruppe eine große Ausstellung für alle Kinder anbieten, die jeweils im Klassenverband besucht wurde. Die Einleitung in das Thema übernahm ein kurzer Film (Sexueller Missbrauch – Infos für Kids, Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen), danach konnten die Kinder an 13 Stationen etwas zu den Themen Kinderrechte, Gefühle und Geheimnisse erfahren. An anderen Stationen gab es Spielmöglichkeiten sowie Lustiges und Spannendes zu entdecken. Die Stationen wurden alle von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Schule betreut und kein Kind blieb mit seinen Fragen alleine. Ergänzt wurde das Angebot durch eine Ruhestation, in der man bei leiser Musik eine Auszeit nehmen konnte.
Zurück zu der Frage, ob Kinderschutz Spaß machen kann: die Gartenstraße sagt ganz klar ja! Ob auf dem Jubel-Thron, bei der Kiste mit dem größten Schatz der Welt oder bei der Frage, welches Geheimnis sich gut oder schlecht anfühlt – nach der gemeinsamen Abschlussrunde gingen die Kinder gut gelaunt und mit vielen wichtigen Informationen ausgestattet in ihre Klassen zurück. Die Arbeitsgruppe erhielt schon während der Ausstellung Komplimente von den Kindern: „Der Film war gut zum Lernen“ oder „Das ist gut zu wissen“ und ist überzeugt, dass es ihr gelungen ist ein ernstes Thema altersgerecht und anschaulich anzubieten.
